Unterscheidung Gewaltberatung / Gewaltpädagogik GHM®

Wir unterscheiden die Begriffe „Beratung“ und „Pädagogik“ in Bezug auf die Vermittlung unserer Haltung und Arbeitsinhalte sowie auf den Kontext unserer Tätigkeiten mit unserem Klientel.

Gewaltberatung (GHM)® ist fokussiert auf das momentane Erleben und Verhalten des Klienten in einem face– to– face– Setting. Sie besteht:

  • * aus der Exploration und Erkundung momentaner und zurückliegender Sichtweisen des Klientels über die Zusammenhänge und Verknüpfungen zwischen seinem (gewalttätigen) Verhalten, seinen bisher wahrgenommenen Gefühlen und seinen Interpretationen des Geschehenen im Vorfeld.
  • * aus der Wahrnehmung, Einfühlung und Reflektion der emotionalen Resonanz es Gewaltberaters vor dem Hintergrund seines professionellen Einfühlungsvermögens und seines Wissens über die männlichen und weiblichen Sozialisationsbedingungen,
    * und aus dem in Kontakt-Bringen dieser Resonanzen mit dem Klientel, geprägt durch wertschätzende Empathie gegenüber der Person und gleichzeitiger Konfrontation mit seinen/ihren (Gewalt) – Handlungen. (Konfrontation als Teilsystem empathischen Vorgehens (vgl. Oelemann 2003))
  • * durch die mitgeteilten Resonanzen des Beraters in Bezug auf die ausgelösten Emotionen, gekoppelt mit dem Verweis auf die Verantwortung des Gewalthandelnen für sein Handeln.

Gewaltberatung befähigt so die Klienten zu einer erweiterten und differenzierteren Selbstwahrnehmung und weicht Blockaden im häufig unflexiblen und starren Krisen- und Krisenabwehrverhalten der KlientInnen auf.

Gewaltpädagogik (GHM)®

abstrahiert nun von der individuellen und damit isolierten Sichtweise auf das Geschehene, Empfundene und Agierte indem sie:

  • * es in Beziehung zueinander (Bsp. Gewaltkreislauf nach Lempert) oder in Beziehung zu internalisierten Rollenvorgaben allgemeiner männlicher oder weiblicher Sozialisation setzt,
  • * neue krisenentschärfende und -verhindernde sozialverträgliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigt,
  • * auch gemeinsam mit anderen Klienten oder Klientinnen in Gruppen durchgeführt wird,
  • * so die empfundene Isolation und Einsamkeit der einzelnen Klienten durch die realisierten Gemeinsamkeiten mit Anderen durchbricht,
  • * damit eine neue und veränderte Sichtweise des einzelnen Gewalttätigen in einem geschützten Rahmen ermöglicht,
  • * und die Klienten zum Erlernen und Ausprobieren neuer Verhaltensweisen stimuliert.

Durch die Koppelung gewaltberaterischer – und gewaltpädagogischer Elemente im
Gesamtzusammenhang unserer Arbeit erreichen die Gewalttätigen eine dauerhafte Neubewertung ihrer bisherigen Sicht- und Verhaltensweisen, die von persönlicher Einsicht geprägt ist, und somit eine bereits vorhandene soziale Überanpassung eher durchbricht und sie zukünftig verhindert.
Durch Gewaltberatung / Gewaltpädagogik (GHM)® werden sich die Klienten in der Unterscheidung Ihrer Bedürfnisse und Wünsche sowie ihrer daraus motivierten Handlungen und deren Folgen selbst bewußt.
Sie erlangen auf diese Weise die Kompetenz, für die sozialverträgliche Erfüllung der eigenen Bedürfnisse zu sorgen, und Ihren eigenen Alltag in Ihrem Lebens- und Beziehungsumfeld gewaltlos gestalten zu können.