Leitbild Gewaltpädagogik (GHM)®

Autoren: Jürgen Krabbe/Burkhard Oelemann

In Kooperation mit Joachim Lempert haben wir „Gewaltberatung“ und „Gewaltpädagogik“ vor annähernd 20 Jahren entwickelt (»Hamburger Modell«).

Unsere Arbeit ist spezialisiert auf das so genannte „Dunkelfeld„, also auf Täter und Täterinnen, die nicht polizeilich oder sonstwie erfaßt sind.

Entgegen der sehr weit verbreiteten aber völlig unbewiesenen Behauptung, dass gewalthandelnde Menschen nicht von sich aus Beratung aufsuchen, wissen wir, dass sie genau das tun…
Jedoch unter einer wichtigen Vorraussetzung: Es muß ein passendes Angebot geben. Seit fast 20 Jahren arbeiten wir (hauptsächlich) mit gewalthandelnden Männern und männlichen Jugendlichen, die körperlich gewalttätig sind. Wir bewegen uns in den Bereichen der sekundären und tertiären Prävention sowie der primären Intervention.

Wir verwenden den Gewaltbegriff als Handlungsbegriff.

Gewalt ist für uns die Bezeichnung für jedes Handeln einer Person, das zur Verletzung der körperlichen Integrität einer Person führt.
Gewalt bezieht über körperliche Gewalthandlungen hinaus auch psychische Formen mit ein, insoweit diese von physischer Gewalt begleitet wird oder auf deren Androhung beruht. Gewalthandeln ist nach unserer Definition ein intentionales Handeln, d.h. ihm liegt eine – wie auch immer bewußte – Willensentscheidung des Handelnden zugrunde.

hand-point-right-2.jpg Aggression ist nach unserem Verständnis keine Gewalt, auch keine „Vorstufe“ dazu.
Vielmehr sehen wir Aggression und Aggressivität als eine mögliche Verhaltensform an, um sich durchzusetzen, zu behaupten und sich abzugrenzen. Die Fähigkeit zur Aggression ist lebensnotwendig.
Etymologisch besagt Aggression „herangehen an“. Insofern kann ein aggressives Verhalten durchaus bedrängend und „gewaltig“ wirken, doch beinhaltet und intendiert es keine körperliche Verletzung.

Soziale und Psychosoziale Arbeit

Soziale Arbeit ist im weitesten Sinne eher von einer „opferorientierten Sichtweise“ geprägt: Soziale Studiengänge und herkömmliche therapeutische Ausbildungen qualifizieren Personen zu einer Arbeit mit Menschen, die aufgrund von Mißständen, schlimmen Ereignissen, Krisen, fehlenden Möglichkeiten etc. zu Klienten werden. Die dort vermittelten Fähigkeiten reichen in der Regel für die Täter- und Täterinnenarbeit nicht aus. Deshalb wurden (und werden noch heute ) Täter und Täterinnen vielerorts in der psychosozialen Diagnostik erst gleichsam zu „Opfern“ gemacht, um mit den herkömmlichen und erprobten „Werkzeugen“ der sozialen Arbeit überhaupt mit ihnen arbeiten zu können.
Genderorientierte Gewaltberatung und Gewaltpädagogik, die Weiterentwicklung des Hamburger Modells, ergänzen nun die psychosoziale Arbeit um eben jene professionellen Fertigkeiten, mit Hilfe derer Tat- und täter(innen)orientiert gearbeitet werden kann.
Im Folgenden erfahren Sie zuerst die Grundlagen der Gewaltpädagogik:

Wir verwenden den Begriff „Gewaltpädagogik“ mittlerweile in zweierlei Bedeutungs- Zusammenhängen:

  • als psychoedukative Methode, auch in der Arbeit mit Erwachsenen,
  • als Kennzeichnung der Altersgruppe unseres Klientels.

Der zweite Bedeutungszusammenhang hat sich quasi ohne unser Zutun „entwickelt“, wird doch allgemein im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen von „Pädagogik“ geredet und geschrieben.

Burkhard Oelemann und Joachim Lempert haben in den 90er Jahren eine Broschüre veröffentlicht, die den Titel „Lieber gewalttätig als unmännlich“ trug.

Hier wird sehr ausführlich auf die Spozialisationsbedingungen von Jungen eingegangen, und deshalb eignet sich die Broschüre sehr gut als Einstig in unsere Arbeit. Wir geben den Text daher hier in voller Länge wieder:

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Vorbemerkung: Arbeit mit gewalttätigen Menschen setzt voraus, sie und die Dynamik ihrer Gewalt zu verstehen.

Zu verstehen, was in dem Betroffenen vorgeht, welche Motivationen und welche Hintergründe seinem gewalttätigen Verhalten zugrunde liegen. Verstehen bedeutet aber nicht; Gewalt weg-zu-verstehen und sie damit zu entschuldigen. Jedoch ermöglicht nur Verstehen Veränderungen.

Eine Tatsache wird bei allen Erklärungsansätzen für Gewalt nicht oder kaum berücksichtigt:
Gewalttätig werden (zumindest im sogenannten Hellfeld) nicht Menschen allgemein, sondern vorwiegend Männer und Jungen.

Gewalt , gleich in welcher Form, ist somit auch eine männliche Ressource.
Das belegt zum Beispiel die amtliche Kriminalstatistik, die große Anzahl der Strafvollzugsanstalten für Männer im Vergleich zu den wenigen für Frauen.
Begriffe wie „gewalttätige Jugendgangs“, „Crash-Kids“ legen zwar nahe, dass genauso viele Mädchen wie Jungs in ihnen prügeln, aber die genaue Betrachtung zeigt, dass diese Gruppen fast ausschließlich aus männlichen Jugendlichen bestehen. Die Anzahl der Mädchen ist steigend, doch in der Summe noch immer vernachlässigbar.
Jugendliche, die Autos aufbrechen und anschließend mit 160 km/h durch die Stadt rasen, sind männlich. Jugendliche, die sich beim Fußballspielen prügeln, sind männlich.
Untersuchungen und Erfahrungen vor Ort belegen diese Tatsache, ohne daß ihr in irgendeiner Weise Beachtung geschenkt wird.
Betrachtet man Gewalt vor diesem Hintergrund, so verändert sich der Umgang mit ihr.

Auch dieser Text wird von Ihnen , liebe Leserin, lieber Leser, nicht als geschlechtsneutrales Neutrum aufgenommen. Sie lesen ihn als Frau oder Mann. Die Aussage: „Gewalt ist eine männliche Ressource“ wird zu ganz unterschiedlichen Reaktionen bei Ihnen führen, abhängig von Ihrem Geschlecht.

Schlüsselt man die Probleme von und mit Kindern und Jugendlichen nach ihrem Geschlecht auf, trifft man z. B. auf folgende Aussagen:

( Quelle: Schnack/Neutzling 1991)*

– Psychische und psychosomatische Störungen sind bei Jungen bis zu 8mal häufiger als bei Mädchen.*

– Doppelt so viele Jungen wie Mädchen werden in Erziehungsberatungsstellen vorgestellt.*

– Der Anteil von Jungen in Förderschulen oder Schulen für Verhaltensauffällige beträgt 61% bzw. 86,2%. (Quelle: BSJB Erfassung 1993)*

– In der Kriminalstatistik sind Jungen bis zu 60 mal häufiger aufzufinden als Mädchen.*

Das zeigt: Die „auffälligen Jugendlichen“ sind in Wirklichkeit fast ausschließlich Jungen, ohne daß über diese Tatsache nennenswert nachgedacht oder geforscht wurde. Dies änderte sich erst in den letzten Jahren.

Die Aufmerksamkeit der PädagogInnen, LehrerInnen und Eltern richtet sich vor allem auf die Auffälligkeiten, weniger aber auf die Orientierungslosigkeit von Jungen.

Diese Auffälligkeiten sind aber nichts als Symptome, die geradezu zwangsläufig aus den Mängeln und Schädigungen durch traditionelle Jungensozialisation resultieren.

Wie kommt es, daß Mädchen und Jungen, Frauen und Männer, die in derselben Gesellschaft leben, scheinbar unter denselben Bedingungen aufwachsen, sich hinsichtlich der Anwendung von Gewalt so sehr unterscheiden?

Das Gleiche bedeutet für Mädchen und Jungen nicht dasselbe :
Beide wachsen die ersten Lebensjahre mit und bei Frauen auf. Üblicherweise sorgt eine Mutter für das Kind. Es gibt eine Babysitterin, im Kindergarten arbeiten Kindergärtnerinnen und in der Grundschule unterrichten Lehrerinnen.
Meist treten erst nach dem Wechsel in eine weiterführende Schule männliche Lehrer in Erscheinung.
Die allermeisten Jungen haben bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig Beziehung zu Männern.

Selbst die inzwischen manchmal vorhandenen Väter, die sich um ihre Kinder kümmern, sind doch die meiste Zeit abwesend: Denn der Vater ist für die materielle Existenzsicherung der Familie zuständig. Zu fast 90% nehmen Frauen Erziehungsurlaub, wie die neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen.
In der Zeit, in der Mann „ernsthafter“ Tätigkeit nachgeht, hat er mit dem Jungen kein Kontakt.
Fast alles, was für einen Jungen in seinem Leben konkret zählt, was ihn versorgt, nährt, beschäftigt und schützt, kommt von Frauen. Männer fehlen, sind an der Kleinkind Erziehung gesellschaftlich nur in Prozentgrößen beteiligt.
Allein diese Tatsachen spiegeln aus dem Erleben des Jungen aber schon „stillschweigend“ folgende Leitsätze wider:

  • Frauen und Kinder gehören zusammen.
  • Will ein Junge etwas mit Männern zu tun haben, sehnt er sich nach Nähe und Kontakt zu ihnen, darf er nicht (wie) ein Kind sein.

Der kleine Junge erlebt schon sehr früh, daß er ein anderes Geschlecht als seine Mutter, Kindergärtnerin etc. hat. Damit „weiß“ er auch, dass er sich von ihr unterscheiden muss. Nur wie, das weiß er nicht.

Der Junge erhält keine vorgelebten Identifikationsangebote von Männern; ihm fehlen reale Vorbilder, die Orientierung geben. Dafür ist ihm umso eindringlicher klar, jannes.jpgwovon er sich weg entwickeln muss. Kopiert er weibliches Verhalten, gilt er als „weibisch“ und wird als „schwul“ tituliert.
Verhalten, das dem vorgelebten und dem erlebten Vorbild der Mutter zu nahe kommt, ist „gefährlich“. Denn ein Junge, der sich wie eine Frau verhält, entspricht nicht mehr der Norm des „richtigen Jungen“. Selbst wenn er die aufbauenden, tröstenden Aspekte der Mutter schätzt und genießt, wenn er weiß, wie wertvoll dieser Aspekt des Mensch Seins ist, darf er ihn selbst nicht ausüben. Statt also hier die Mutter nachzuahmen, kann es im Extremfall zu einer Verkehrung ins Gegenteil kommen.

Er macht genau das Gegenteil von dem, was er bei und von Frauen erlebt, selbst wenn er ihr Verhalten positiv bewertet. Wenn er das Gegenteil tut, kann er nicht „weibisch“ sein, nicht als „schwul“ gelten, lautet seine trügerische Logik.
Das, was männlich ist, weiß er nicht: Die konkret erfahrene und erlebte Orientierung fehlt.
Deshalb definieren Jungen „männlich“ als das bloße Gegenteil von „weiblich“.
Um als männlich zu gelten, gebärden sich Jungen in Opposition zu weiblichem Verhalten.
Überforderung oder Versagen von Männern ( eigentlich Alltagserfahrungen von Männern, die aber nicht zugegeben werden), bleiben dem Jungen verborgen. Sie finden in Abwesenheit des Jungen statt und werden zu Hause verschwiegen.

Wenn Männer in der Kindererziehung auftauchen, dann nicht als eigenständige, emotionale Wesen, sondern häufig nur als „Funktionsträger“:
Das heißt:

  1. als bestrafende oder körperlich „züchtigende“ Instanz, ( auch von Müttern als solche instrumentalisiert und eingefordert),
  2. als ausgeruhter Organisator „spektakulärer“ Sonntags- Ausflüge,
  3. als Förderer von Aktion und Aggression bei Jungen, die ihn nötigen, einem Bild von Männlichkeit nachzueifern, das bisher kein Mann je erreicht hat.

Ist der Mann müde, tritt er mit Kindern nicht in Kontakt. Er verschwindet hinter der Zeitung oder vor dem Fernseher.
Häufig gibt es neben funktionalen Begegnungen keinen emotionalen Kontakt zwischen einem großen und dem „kleinen Mann“. Der Junge erfährt also gerade in seiner Kleinheit und Bedürftigkeit nicht die Anerkennung durch einen Mann.
Die Abwesenheit der Männer und damit ein Mangel an realen, alltäglichen Erfahrungen, bedeutet, daß keine realen Vorstellungen über das, was Männlich- Sein heißt, entwickelt werden.
Die Abwesenheit von Männern meint hier nicht nur ein räumliches oder zeitliches Fehlen. Gemeint ist auch die Abwesenheit eines emotional spürbaren männlichen Gegenübers.
In vielen Seminaren mit Jungen und männlichen Jugendlichen stellten wir fest, dass eben die emotionale Anwesenheit von Männern durch Jungen herbeigesehnt wird.

einsam-mann.jpgWir gaben den Jungen folgende Aufgabe:
Sie sollen – mit Kamera und Tonband ausgerüstet – Männer auf der Straße ansprechen und die Frage stellen, ab wann sie sich als „richtige“ Männer gefühlt hätten und was sie darunter verstehen würden.
Nach Stunden kamen die Jungen wieder.
Die meisten Männer konnten überhaupt keine Antwort auf die gestellte Frage geben, und wenn, dann wenig überzeugend oder widersprüchlich.

Das Fazit der Jungen war: Die Männer wissen genausowenig darüber wie wir.

Wenn Männer für Jungen nicht anwesend sind, kann ein wesentlicher Teil ihrer Realität nicht als real erlebt werden – die Entwicklung eines realitätsangemessenen Selbstbildes, aus dem eine stabile Identität erwachsen kann, wird verhindert.
Hier entsteht das häufig zu beobachtende Phänomen, dass Jungen zwar immer wissen, wie ein Mann sein soll – nämlich wie He-man, Rambo oder andere Fiktionen aber nichts
Genaues darüber sagen können, was einen Jungen eigentlich ausmacht.
Ein Junge muß „Männlichkeit“ zu großen Teilen in seiner Phantasie bilden. Seine Jungen-Realität ist eine „Als ob Männer-Realität“.
Das aktuelle Lebensgefühl eines Jungen lautet: „Ich bin nichts und muss unter allen Umständen ein Mann werden“.
Er schwingt sozusagen zwischen den Polen „Held“ in seiner Vorstellung von Männlichkeit und „Hasenfuß“ im realen alltäglichen Erleben seiner Grenzen hin und her.
Verschwiegen wird ihm, dass Männer nur als tote Männer „Held“ genannt werden.
Die Unsicherheit, die aus dem Hin- und Herpendeln entsteht, muss von den Jungen bewältigt werden, egal wie.

„Mannsbilder“ in den Medien wissen, wie mit Unsicherheit umzugehen ist:

Den Jungen werden dort zuhauf Inszenierungen maßloser männlicher Überlegenheit dargeboten. Sie sehen in Filmen Männer, die einsamen Wölfen gleich,sledgehammer1.jpg allein gegen die Welt kämpfen, allen Gefahren gewachsen sind, niemals Hilfe brauchen und keine Angst kennen. In brutalen Filmszenen wird kein furchtvoll agierender Protagonist vorgeführt, sondern ein Mann, der auf schlimmste Verletzungen nicht mit Schmerz reagiert, sondern sofort mit Wut und diese „berechtigte“ Wut in Gewaltorgien auslebt.

Nicht nur das Ausüben, auch das Erleben von Gewalt gehört zum männlichen Lebensalltag, insbesondere für Jungen.

Erleben meint Widerfahren, nicht jedoch ein „Erleiden“, also eine emotionale Reaktion.
So wird es gesellschaftlich als normal empfunden, dass Frauen und Kinder, nicht aber Männer bei Geiselnahmen freigelassen werden; damit wird suggeriert, dass Männer per se, eben weil sie Männer sind, mit Gewalt besser umgehen, sie besser „wegstecken“ können als Frauen oder Kinder.

Was im Großen üblich ist, trifft auch Jungen im Alltag.
Ein Junge, der mit einem blauen Auge nach Hause kommt, wird danach gefragt, ob er sich gewehrt hat.
Mann (oder Frau) könnte auch fragen: „Wie geht es dir?“ – das geschieht jedoch selten.
Die Erziehung von Jungen ist geradezu gespickt mit Botschaften – Leid, Ohnmacht und Hilflosigkeit als nicht existent zu erklären.
In unserer Arbeit stellen wir immer wieder fest, daß Jungen über erlittene Mißhandlung berichten, in einer Art und mit einer Stimme, die emotional völlig unbeteiligt ist. Kein Schmerz, kein Leid ist spürbar – gerade, als ob sie über einen Sonntags – Ausflug reden würden.
Jungen, denen das Weinen aberzogen wird, sind gehindert, gesunde Reaktionen in Form von „Leiden“ anstelle von „Wegstecken“ zu leben.
Der „Indianer, der keinen Schmerz kennt“, wird sogar dazu gezwungen, Schmerz erst gar nicht mehr wahrzunehmen. Leiden heißt, den Schmerz wahrnehmen und ihn ausdrücken, also Schmerz zu empfinden, empfinden zu dürfen, ohne sich selbst deshalb zu verurteilen. Wegstecken dagegen ist nichts anderes als das, was da ist, nicht zur Kenntnis zu nehmen. Es heißt, so zu tun, als ob er nicht vorhanden wäre.
Das ist aber eine Abspaltung von Gefühlen.

Ein weiteres Beispiel:

Der sexuelle Mißbrauch von Jungen wird oft verharmlost.
Dem gepeinigten Jungen wird die Tatsache, Opfer zu sein, aberkannt.
„Ein männliches Wesen kann nicht vergewaltigt werden“.

teddybareinsam.jpgIm schlimmsten Fall wird die Vergewaltigung sogar als positives Erlebnis umgedeutet, getreu dem Motto:“ Früh übt sich, wer ein Meister werden will.“
Der Begriff „männliches Opfer“ erscheint ein Widerspruch in sich, ein Absurdum zu sein.

Während sich – durch die Frauenbewegung initiiert und durch konkrete parteiliche Mädchenarbeit zu Teilen verwirklicht – ein neues Frauen /Mädchenbild formiert , und damit der geschlechtstypische Blickwinkel auf Frauen und Mädchen zu einer neuen und anderen Wahrnehmung geführt hat, ist das Männer- und Jungenbild, nach dem heute Jungen erzogen werden, nach wie vor in großen Teilen ein absolutes Vorkriegsmodell.

Peer-Groups

Bei Jugendlichen werden die Sozialisationseinflüsse der Eltern oder LehrerInnen immer geringer, die der „Peer-Group“ nehmen zu.
An den beschriebenen Bedingungen ändert sich jedoch nichts, denn treffen mehrere Jungen aufeinander, versuchen sie, sich gegenseitig davon zu überzeugen, daß sie der beschriebenen Mann – Norm entsprechen.
Je größer die Unsicherheit und die Angst, je weniger Orientierung jeder einzelne für sich hat, um so deutlicher müssen sie dieses Versagen vor sich und den anderen verbergen.
Was eignet sich da besser, als betont diesen angenommenen Werten nachzueifern ?
So haben wir häufig erlebt, daß Jungen nach einem intensiven und vertrauensvollen Einzelgespräch, in dem sie auch ihre Angst oder ihr Bedürfnis nach Schutz und Anlehnung benennen konnten, sofort ihr Verhalten ins Gegenteil veränderten, sobald ein oder mehrere Jungen aus ihrer Gruppe auftauchten. Kontakt und Vertrautheit, die entstanden waren, mussten nach außen unter allen Umständen verborgen werden, um vor der Gruppe das Gesicht zu wahren.

Verschärfend gilt dann noch, dass schon das bloße Gefühl z. B. von Angst de facto schon ein Versagen vor dieser Mann-Norm ist, auch wenn die Angst nach außen gar nicht sichtbar wird. Denn ein richtiger Mann hat gar keine Angst ! Da aber jeder Mensch Situationen von Angst erlebt, trifft hier eine Gruppe von „Versagern“ aufeinander. Und sie bemühen sich, das vor sich und den anderen zu verbergen. Zu leicht entsteht dabei der Eindruck in jedem einzelnen, er selbst sei der einzige „Versager“. Und es entsteht der Wunsch nach Vertuschung und Kompensation.
Gewalt dient dann der Leugnung von eigenen Gefühlen der Unzulänglichkeit.
Jungen wachsen orientierungslos in einem Raum ohne Grenzen auf. Nur diese plakativen Sätze bieten etwas Halt :

Schwäche gilt als schwächlich. Weich als weichlich.

Diese Leitsätze müssen ein differenziertes und lebbares Vorbild ersetzen.

Rechtsradikale Jungen und Männer

rechtsrad.jpg Die rechtsradikale Szene benennt klar und eindeutig, was „männlich“ ist. Zum einen stellt sie damit die vorhandenen althergebrachten Normen der Jungen und jungen Männer nicht in Frage, sondern bestätigt sie. Die Jungen können weiter so denken und fühlen, wie sie es gelernt haben.
Zum anderen bietet die rechtsradikale Szene eine Orientierung in einem ansonsten orientierungslosen Raum. Nur sie ordnet eindeutig in „richtig“ und „falsch“. Es existieren keine Unklarheiten, wie Mann zu fühlen hat, wie die Welt gesehen werden soll.

Alles hat eine klare, eindeutige Ordnung. Verwirrung und Suchen nach einer eigenen Interpretation der Welt braucht nicht stattzufinden. Statt dessen wird ein geschlossenes Weltbild angeboten.
Zudem ordnet die rechte Szene alle negativen, d. h. „unmännlichen“, „falschen“ Eigenschaften von Schwäche, Angst, etc. den Gegnern zu. Für sie selbst bleiben dann die „positiven“, d.h. „richtigen“, „männlichen“, „starken“ Eigenschaften übrig. Es ist beruhigend, zu den „Richtigen“ zu gehören, und gibt Halt in einer ansonsten als haltlos erlebten Welt.
Implizit lernen alle Jungen diese Leitsätze, erleben aber gleichzeitig, dass sie im Jungenalltag oft untauglich sind.
Im Rechtsradikalismus werden Werte gelehrt und durchgehalten. Die anderen sind „Versager“, sind „schwach“, „unmännlich“. Die eigene Gruppierung und damit das eigene Stückchen Mann-Selbst ist nur „stark“, „positiv“, „richtig“, also „männlich“.
Das Erleben eigener Schwäche kann auf diese Art und Weise völlig vermieden werden. Endlich ist man ein Mann.

Funktion von Gewalt

Körperliche Rangeleien haben manchmal, nach unseren Erfahrungen, eigentlich einzig die Funktion, zu einem anderen Jungen (oder Mann) körperlichen Kontakt haben zu können, ohne als schwul zu gelten.
Jungen wachsen in einem grenzen- und orientierungslosen Raum auf. Ihnen wird nahegelegt, sich auszutoben, was nichts anderes bedeutet, als sich noch grenzenloser zu verhalten. Doch das verstärkt nur das Erleben von Orientierungslosigkeit.
Die Möglichkeit durch Reaktionen der Umwelt, in diesem Fall durch Reaktionen von männlichen Mitmenschen, Orientierung zu finden, entfällt, weil häufig keine reagierenden, in Kontakt tretende Männer im Umfeld existieren. (Die bloße Anwesenheit von sich selbst als Menschen definierenden Männern reicht hier nicht aus).

a. Um eine Reaktion zu erhalten,
b. fordern manche Jungen sie ein.
c. Geschieht dann immer noch nichts,
d. so steigern sie den Nachdruck.
e. Die Jungen werden lauter,
f. brutaler
g. und schließlich gewalttätig gegen Sachen,
h. letztendlich dann sogar gegen ihre Mitmenschen.
i. Allerspätestens jetzt reagiert die Gesellschaft :
k. Strafe durch eine (männliche) Polizei und (männliche) Richter.

Gewalt erzwingt Reaktion.

Erst jetzt werden die Jugendlichen oder ihre Gruppierung als existent zur Kenntnis genommen.
Erst jetzt erlebt der Junge ein erwachsenes, männliches Gegenüber.
Zum Jungen- und Mann-Sein gehört das Thema Gewalt wie Essen und Trinken. schlafendegangsta1.jpgAggressives Verhalten wird Jungen nahegelegt. Sie sollen toben. Ein Junge, der sich nicht prügelt, ist kein richtiger Junge ( Im Gegensatz zu : Ein Mädchen, das sich prügelt, ist kein richtiges Mädchen). Die Jungen, die körperliche Auseinandersetzungen meiden, zweifeln bis in ihr Erwachsenenalter an ihrem Mann-sein, wie wir in Gesprächen immer wieder hören. Ja selbst für diejenigen, die körperliche Auseinandersetzungen nur mit Angst eingegangen sind, hat allein schon die Angst dieselben emotionalen Konsequenzen.
Auch ein erwachsener Mann darf körperlichen Auseinandersetzungen nicht ungestört ausweichen: Sein „Mann-sein“ gerät ins Wanken. Er fühlt sich als Versager, gleich wie vernünftig er auch gehandelt hat. Der Mann erlebt sich einem inneren Zwang ausgesetzt, der der Vernunft nicht zugänglich ist. Oft genug gibt der Mann diesem Zwang nach – wider besserem Wissen. Erst auf dem Hintergrund des verbreiteten Männer-Bildes können wir in unserer Arbeit diese Art der Gewalt abbauen.
Während eine Frau aus offen zugegebener Furcht vor Übergriffen z.B. ein Taxi nehmen darf, steht dieses Verhalten einem Mann nicht zu. Er darf Bequemlichkeit, keinesfalls aber Angst als Motiv nennen. Und das, obwohl Männer 4 bis 8 mal so häufig Opfer körperlicher Gewalttaten werden (Statistik des Bundeskriminalamtes, Wiesbaden 1992 – 2004).

pfleilrechtsrot.jpg Die Empfindung Angst angesichts von körperlicher Bedrohung steht Männern nicht zu.
Eine Möglichkeit, diese Empfindung vor anderen wie auch vor sich selbst geheim zu halten, ist: Selbst gewalttätig zu werden.
Das Bild des furchtlosen Mannes ist gewahrt – zumindest vor der Außenwelt.
Je mehr dieses Imago bedroht ist, um so massiver wird nach außen eine Gegendemonstration inszeniert.
Gewalt dient so der Schaffung und Erhaltung von männlicher Identität.

Folgen traditioneller Jungensozialisation

Die Folgen traditioneller Jungensozialisation lassen sich „hautnah“ durch einige Zitate eines Mannes wiedergeben, dessen Kindheit vom frühen Tod des Vaters, permanenter Abwesenheit des Großvaters und einer sowohl beherrschten als auch beherrschenden Mutter geprägt war.
In seinen Reden raunt er von Blut und Tränen, für ihn ist Krieg eine Denkweise und als solche eine Stufe der menschlichen Evolution.

„Irgendwie sind wir Menschen tierähnlich“, sagt er,“ wir alle leben auf Kosten anderer“.

Der Vergleich zwischen Menschen ( gleich Männern) und Tieren findet sich bei traditionellen Männern häufig. Aggressivität wird nach dem Dampfkesselmodell erklärt, die Gewalt als etwas Externes erlebt, was „über einen kommt“, und was quasi triebgesteuert „raus muß“. Mit Hilfe dieser Sichtweise entzieht der Mann sich der Verantwortung für sein gewalttätiges Verhalten.

„Um uns zu verändern, muß es eben erst saumäßig schlecht gehen!“

Solche Lebenseinstellung findet man ebenfalls bei fast allen traditionellen Männern. Betrachtet man diese Einstellung genauer, so steht dahinter immer die Tatsache einer fast völligen Abspaltung aller Gefühle, die eine Konnotation von Schwäche aufweisen. Unterstützung suchen und Hilfe annehmen schon bei Beginn einer Krise bedeutet für traditionelle Männer das Infrage-Stellen eben dieser Männlichkeit.
Die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Alternativen zu wählen, gibt es dann nicht mehr. Nur noch ein “ Augen zu und durch“ auf dem gleichen Pfad wie immer.

„In Auseinandersetzungen werfe ich meine ganze Person in die Waagschale, mit dem Risiko, daß es auch gegen mich ausgehen kann. Es geht dann existentiell um ihn oder mich, mit allem, was bei dem dranhängt und bei mir dranhängt.“

Aus einer Sachentscheidung wird eine ausschließlich persönliche Auseinandersetzung und schließlich ein Überlebenskampf.
Diese „alles oder nichts“ , „er oder ich“- Mentalität ist ebenfalls männertypisch. Herrschsucht und Rivalität stehen anstelle von Kompromissbereitschaft und sozialer Kompetenz.

Ich finde mich „kantig und eckig“, und ich finde es tröstlich, „daß ich das weiß, und daß sich das nicht verändern wird“.

Ein Junge, der sich kantig und eckig verhält, hat anders häufig keine Chance, wahrgenommen zu werden. „Tröstlich“ ist es für viele Männer, dass dieser Mechanismus auch im Männeralltag funktioniert.
Ihre soziale Inkompetenz wird zu „kantig und eckig“ beschönigt.

„Ich habe ein extrem hohes Mißtrauen gegenüber anderen, die man für völlig normal hält.“

Traditionelle Männer misstrauen allen, wähnen überall Feinde, definieren dieses abgrundtiefe Misstrauen häufig aber als eine männliche Tugend.
Paradoxerweise sind sie mit ihrem Misstrauen „völlig normal“. Ihre Unfähigkeit , mit Menschen in Kontakt zu treten, ihre Angst vor Situationen, in denen sie das tun müßten, nehmen sie nicht als eigene Angst wahr, sondern geben an, die Bedrohung käme von außen.
Genau so verdreht jeder Gewalttäter die Realität, indem er sagt, seine Gewalt wäre nur die berechtigte Reaktion auf Bedrohungen von außen. In seiner Wahrnehmung ist er selbst niemals am Prozeß der Eskalation beteiligt gewesen.

„Ich lasse mit Wissen die Leute, wenn ich das Vertrauen verloren habe, am Wege verhungern“. ( alle Zitate aus: SPIEGEL Nr . 31/1993)

Sich an der Ohnmacht anderer zu weiden, die einem das Gefühls -Surrogat scheinbarer eigener Stärke vermittelt, und in der man sich dann selbst nicht mehr als ohnmächtig erlebt, ist ebenfalls eine typische traditionell männliche Eigenschaft.

Die erwähnten Zitate stammen nicht etwa von einem Protagonisten einer rechtsradikalen Vereinigung, sondern von Herrn Piëch, dem Vorstandsmann aus der VW-Führungsetage.

Umgang mit auffälligen, gewaltbereiten Jugendlichen:

a. Resozialisierungsmaßnahmen

Solche Maßnahmen werden dort angewandt, wo Jungen durch Grenzüberschreitungen straffällig wurden, oder drohen, es zu werden. Ausgeblendet wird, dass die Gewalt ein Teil und Ausdruck ihrer Sozialisation darstellt. Wohin soll dann zurücksozialisiert werden?
So würden nur die alten Strukturen manifestiert, ohne sie zu erneuern.

b. Abenteuerpädagogik

Pädagogen mißdeuten sehr häufig Aggression und Gewalt von Jungen. Das Verhalten wird verstanden als Sehnsucht danach, Kräfte zu messen, sich zu fordern, Stärke zu zeigen, kurzum, sich körperlich nach Dampfkesselmanier auszutoben. Die Grenzenlosigkeit des Verhaltens wird von den Pädagogen zwar gesehen, die dahinter stehende Orientierungslosigkeit nach männlicher Identität jedoch häufig übersehen.
Manche Abenteuer-Pädagogen bestärken die Jungen in ihrem grenzenlosen Verhalten, das genau besehen nur eine männliche Abwehrstrategie darstellt, anstelle Halt gebende Orientierung zu vermitteln. Sie warten einfach, bis dass die Jungen müde und ausgetobt sind.
Hinzu kommt, dass Jungen sich ihre Abenteuer in der Realität holen; dafür brauchen sie keine Pädagogen.

c. Offene Jugendarbeit

Der Begriff klammert aus, dass „Jugendliche“ in den „Häusern der Jugend“ zum weitaus größeren Teil Jungen sind. „Offene Arbeit“ findet vorwiegend mit Jungen statt, ohne dass das Geschlecht und die damit verbundenen Folgen für sie selbst und die Mädchen thematisiert werden.

d. „Politisierung von rechtsradikalen Jugendlichen“

Pädagogen als intellektuell geschulte Menschen versuchen,
rechtsextrem orientierte Jugendliche aufzuklären. Das heißt., Pädagogen informieren die Jugendlichen über den Faschismus, über die Gewalttaten der Nazis, über Judenvernichtung, über den Zweiten Weltkrieg. Die Jugendlichen nicken dazu, aber ihre Einstellung ändert sich nicht. Häufig genug streiten sie diese Tatsachen überhaupt nicht ab, ohne jedoch Konsequenzen für sich daraus zu ziehen. „Trotzdem schlägt mein Herz deutsch“, heißt es dann zum Beispiel. Eine Distanzierung vom Rechtsradikalismus findet nicht statt.
Wissen verändert weder die Einstellung noch das Verhalten.
Zurück bleiben ratlose Pädagogen.

e. Pädagogen sehen weg.

Rechtsradikalismus und Gewalt sind unangenehme Themen, die großes Unbehagen auslösen. Pädagogen fühlen sich überfordert, nicht zuletzt auch auf Grund der oben (d.) beschriebenen Erfahrung. Sie fühlen sich selbst bedroht. Gewalt ist darauf angelegt, Angst zu erzeugen. Wenn jemand Gewalt ausstrahlt, erzeugt er beim Gegenüber Angst. Diese Angst erlebt dann auch der Pädagoge. Um die eigene Angst, das Bedroht-Sein und die Überforderung nicht wahrnehmen zu müssen, wird diese Situation vermieden und diesen Menschen aus dem Wege gegangen. Rechtsradikale Jugendliche erzeugen meist nur Frustration und Angst. Sie werden aus der Wahrnehmung gestrichen. Der Kontakt zu ihnen wird gemieden.
In Supervisionen erfahren wir, daß Pädagogen-Teams dann Vereinbarungen treffen, die da lauten:
„Wer rechtsradikale und gewalttätige Handlungen sieht, kümmert sich darum.“

Solche Absprachen haben dann den gegenteiligen Effekt. Denn sie bedeuten auch:
Wer nichts sieht, braucht auch nicht zu handeln. Im Umgang mit gewalttätigen Jungen – beispielsweise die Rauferei auf dem Schulhof – zeigen Lehrer andere Verhaltensweisen als Lehrerinnen. Bereits zu Beginn der eskalierenden Situation verlassen die Männer den Schulhof und holen ihre Kolleginnen zum Schlichten des Streites, angeblich, weil Frauen das besser könnten. Doch auch dieses Verhalten enthält für die raufenden Jungen eine Mitteilung:
Männer können sich schlagen, sich zu vertragen aber ist Frauensache. Männern fehlen dazu die Möglichkeiten.

f: Coolnesstrainings, Boxkurse für Gewalttäter, Anti-Aggressions-Trainings

Wie die Überschriften schon sagen: Hier werden die Folgen der traditionellen Jungensozialisation sicher noch verstärkt, anstelle sie durch etwas neues zu ersetzen.

cool.jpg

Härte, der Verzicht auf Emotionen selbst beim Erleben härtester Provokationen sind Ziele der Trainings. Die „Jungs“ sollen cool werden, noch cooler, als sie eh schon sind.
Die Pädagoginnen und Pädagogen sind die Provokateure oder die Schiedsrichter im Kampf. Die Jungen lernen erneut: Gewalt ist nur gewalttätig „auszutreiben“. Ziel der Aktionen ist häufig: „Aushalten um jeden Preis!“
Um die Schädigungen traditioneller Jungen-Sozialisation in der Arbeit mit Jungen verändern zu können, bedarf es nach unserer Erfahrung einer klar geschlechtstypisch orientierten Arbeitskonzeption, die in geschlechtshomogenen Gruppen mit Jungen durch männliche Pädagogen vorgenommen werden sollte.
Eine Veränderung des Geschlechterverhältnisses kann nicht über eine Verdammung des Männlichen oder des Mannes stattfinden. Diese Strategie findet sich in Strömungen der sogenannten Männerbewegung. „Sogenannt“ deshalb, weil sie genau wegen dieses Vorgehens für Männer und Jungen in der Regel unattraktiv und deshalb auf eine kleine Zahl von „bewegten“ Männern beschränkt geblieben ist.
So bedeutet sie allzu häufig eine „Veränderung gegen die Männer“. Ohne positives Angebot FÜR Jungen wird sich keiner von ihnen verändern!